Studiengang Kunst
Bühnenraum

Lehr- und Forschungsbereich
Ästhetische Praxis im Raum

Professor Raimund Bauer

Abschluß: Diplom Kunst,
Regelstudienzeit: 10 Semester
Studienaufbau:
2 Semester Grundjahr, Zwischenprüfung, Diplom Kunst, Aufbaustudium

Seit 2008:
Abschluss: Bachelor
Studienzeit: 8 Semester
Aufbaustudium: Master
Studienzeit: 4 Semester


Aufnahme und Studienberatung

An der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg kann Bühnenraum als Studienschwerpunkt im Studiengang Kunst studiert werden. BewerberInnen dieses Studienschwerpunktes müssen sich um eine Aufnahme (s. Aufnahme) im Studiengang Kunst bemühen. Die Bewerbung erfolgt über eine Mappe, welche die besondere künstlerische Befähigung der BewerberIn bezeugt.
In der Mappe sollten nur eigene, hauptverantwortlich durchgeführte Arbeiten, gezeigt werden, keine Dokumentationen von Praktika am Theater.Die Teilnahme an einer Studienberatung an der HfBK vor der Abgabe der Mappe ist sicherlich sinnvoll. Der Bewerber sollte vor seiner Bewerbung mindestens ein 6 wöchiges Praktikum am Theater absolviert haben.

Besondere Voraussetzungen

Neben einer allgemeinen künstlerischen Befähigung im visuellen Bereich ist ein spezielles räumliches Vorstellungsvermögen gefragt, begleitet von der Lust einer theatralen Umsetzung.
Erwünscht sind theaterpraktische Grundkenntnisse, wie sie in der Regel durch eine Hospitanz, ein Volontariat oder ein Praktikum am Theater erworben werden; ferner konkrete Vorstellungen vom Berufsbild des Bühnenbildners.
Der Bühnen- und Kostümbildner übt einen künstlerischen Entwurfsberuf aus. In den verschiedenen Werkstätten eines Theaters (Malersaal, Tischlerei, Schlosserei, Ton –und Videoabteilung, Dekoration, Schneiderei, Maske) werden die Entwürfe realisiert. Diese Arbeitszusammenhänge, die theaterspezifischen Spezialisierungen, insbesondere die Stellung des Bühnenbildners im Theaterbetrieb und im künstlerischen Produktionsprozess sollten in ihren Grundzügen den BewerberInnen ebenso bekannt sein wie die einfachsten bühnen- und beleuchtungstechnischen Voraussetzungen.
Erwartet werden Kenntnisse und vor allem Interesse auf dem Gebiet der Kultur- und Kunstgeschichte, der Ästhetik, Theatertheorie, Literatur und Musik.

Berufsperspektive und Arbeitsformen

Studienziel ist es eine eigene künstlerische Handschrift im Entwerfen von Bühnenbildern zu entwickeln, eine eigene Position in der Formung von Räumen zu entwickeln und diesen Standpunkt in der gegenwärtigen Auseinandersetzung mit Kunst und/oder Theater reflektieren und verorten zu können.
Zu der Befähigung als Bühnenbildner mit Grundformen des Theaters, des Entwurfs und dessen Realisierbarkeit vertraut zu sein, tritt eine wissenschaftlich-theoretische Dimension der Auseinandersetzung hinzu.
Das Studium, das sich individuell aus den Fragestellungen der Studierenden strukturiert, fördert die selbständige, künstlerische Arbeit sowohl der Einzelnen als auch die Fähigkeit künstlerische Vorhaben in einem Team umzusetzen.
Inszenatorische Praxis, prozessuales Arbeiten und diskursive Auseinandersetzung sind im Studium als Arbeitsformen ausgewiesen.

Studienstruktur und Studieninhalte

Das Studium an der HfBK ist individuell strukturiert und auf die Fragestellungen des Einzelnen abgestimmt. Es ist interdisziplinär ausgerichtet und keiner Einteilung in Altersklassen unterworfen.
Nach der vorläufigen Aufnahme beginnt das Grundjahr. Alle StudentInnen der verschiedenen Fachbereiche studieren vorerst gemeinsam. Die endgültige Aufnahme an der HfBK erfolgt auf Grundlage der Befähigung zum selbständigen künstlerischem Arbeiten.
Das Grundstudium wird mit der Zwischenprüfung abgeschlossen: Zulassungskriterium ist die bescheinigte Teilnahme an Seminaren der Kunstgeschichte, Kunsttheorie, Dramaturgie, Ästhetik, an Werkstattkursen und die Teilnahme an Korrekturen, d.h. die regelmäßige künstlerische Auseinandersetzung über die eigene Arbeit mit dem jeweiligen Professor.
Das Hauptstudium vertieft die inhaltliche und formale, künstlerische Auseinandersetzung der Studierenden anhand der eigenen Fragestellungen.

Darüber hinaus werden, in Zusammenarbeit mit dem Studiengang Schauspieltheaterregie der Universität Hamburg und dem Schauspielhaus Hamburg oder dem Thaliatheater Hamburg, Theaterprojekte unter realen Bedingungen praktisch realisiert. Derartige Studienprojekte werden abgewechselt mit freien Arbeiten.
Das Studium ist ausgerichtet auf den Entwurf von Bühnenräumen, oder Rauminstallationen, die für szenisches Arbeiten geeignet sind. Die Herangehensweisen gehen vom Entwurf im Modell, zu experimentellen Raumarbeiten oder Performances bis zu den auf Bühnen realisierten Entwürfen. Eine wichtige Grundlage für szenische Räume bildet der dramatische Text und dessen gegenwärtige Rezeption.

In der Entwurfspraxis im Hauptstudium muß der Text dramaturgisch und spielkonzeptionell durchdrungen, der Bühnenraum eigenständig und fachgerecht konzipiert sein. Theatergeschichtliche und theatertheoretische Zusammenhänge sollten das Fundament einer formal-ästhetischen Gestaltung eines Bühnenraumes bilden. Darüber hinaus sind es vor allem experimentelle Techniken die den Arbeitsprozess bestimmen.

Die Hochschule bietet ein vielfältiges Angebot theoretisch-wissenschaftlicher Auseinandersetzung, das von allen Fachbereichen gleichermaßen genutzt wird.
Neben kunstgeschichtlichen und kunsttheoretischen Seminaren werden Dramaturgie und Ästhetik angeboten. Technische und handwerkliche Grundkenntnisse im Umgang mit unterschiedlichen Materialien und Fertigkeiten wie AutoCad, technisches Zeichnen ebenso wie Modellbau und Modellfotografie werden in Werkstattkursen vermittelt.

 



    © HFBK 2005